Von Bojomi nach Tiflis

Der nächste Ort auf der Reise war Khashuri. Mittlerweile war die Straße wieder besser, aber das Wetter dafür umso schlechter. Von daher sind die Eindrücke auf dieser Etappe eher gering und nicht so der Rede wert. Aufgrund des Wetters haben wir uns auch schon übers Internet eine Unterkunft gebucht und wollten diese eigentlich auch direkt ansteuern. Aber wie so oft, scheißdreck. Da war nix, außer nem Sportplatz, privaten Häusern und nem Pferd. Auch die Menschen dort konnten uns nicht wirklich weiterhelfen, zeigten aber immer alle zurück zum Zentrum. Also zurück und einfach mal nen Taxifahrer fragen, vielleicht wissen die ja was. Erstmal ratlose Gesichter, dann hat jemand die Nummer angerufen und…..ja keine Ahnung was da besprochen wurde, aber er forderte uns auf ihm zu folgen. Nach einer kurzen Strecke, aber einem anderen Ort als angeben, kamen wir an einem Haus mit einem kleinen Schild an, welches auch den Namen des reservierten Hostels trug. Dankeschön. Das Guesthouse war eine Mischung aus Pension und Seniorentagesstätte. Unten schaukelten ältere Menschen vor einem Fernseher in ihren Stühlen und oben waren Gästezimmer. Wir hatten eigentlich nur den Wunsch zu duschen und unsere Klamotten zu trocknen. Dafür zeigte man uns unten die Dusche im Hof und stellte uns eine Heizung ins Zimmer. Abends kochten wir Nudeln und gingen früh schlafen.
Über Nacht hatte es sich so richtig eingeregnet und wir beschlossen kurzerhand die Strecke nicht mit dem Fahrrad zu machen. Leider haben wir kein großes Taxi auftreiben können in das beide Räder gepasst hätten und so wurden wir einzeln mit unseren Rädern in zwei schwarzen Mercedes-Taxis für einen fairen Preis nach Gori gefahren. Die Unterkunft dort haben uns Matthias und Tabea empfohlen. War auch alles super. Zur Begrüßung gab es erstmal ne Schnapsverkostung und einen kleinen Snack.

homemade

Später hat er uns angeboten die Sehenswürdigkeiten der Umgebung mit dem privaten PKW abzufahren, was wir auch dankend angenommen haben. Auf der Tour waren ein paar Höhlen, eine Kirche und das Stalinmuseum. Die ersten beiden haben wir auch komplett besucht, beim Museum war der Eintrittspreis dann doch etwas zu hoch und wir haben es nur von Außen begutachtet und das Geld lieber in Kaffee, Bier und Teigtaschen investiert.


Den nächsten Tag haben wir für Ausschlafen, Fahrradservice und den Kauf von den Bahntickets genutzt. Aufgrund des Wetters und der Aussicht Matthias und Tabea in Tiflis zu treffen, haben wir uns für die Bahnfahrt entscheiden. Außerdem sollte die Fahrt laut Gerüchten nur ca 0,30€ kosten. War auch so. Der erste Zug am Morgen war komplett voll und wir nahmen den eine halbe Stunde später. Einheimische benutzen diese Züge offensichtlich zum Transport ihrer Erzeugnisse in die Hauptstadt, aber wohl nur im ersten Zug des Tages. Unser Glück.

Frühstück: Hühnerinnereien

Für Tiflis hatte Tabea über Airbnb eine Wohnung ausgesucht, welche wir als erstes ansteuerten. Ein absoluter Volltreffer. Riesig, sauber, nett eingerichtet und alles andere auch wie beschrieben. Und zu viert weit günstiger als ein Hotel oder Guesthouse. Aufgrund des Dauerregens haben wir uns die ersten zwei Tage nicht wirklich was anschauen wollen. Also haben wir Wäsche gewaschen und einfach viel relaxed. Tabea und Matthias haben ihr China-Visum beantragt. Am dritten Tag ließ der Regen endlich etwas nach und somit sind wir mit der U-Bahn in die Stadt gefahren und haben uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten angeschaut. Eine wirklich hübsche Stadt.

Die U-Bahn ist ein beliebtes Transportmittel

Blick auf Tiflis

Tiflis bei Nacht

Blick in die Seilbahngondel

Blick aus der Seilbahngondel

Da wir wir schonmal unterwegs waren, haben wir auch gleich noch den Bus nach Jerewan/Armenien reserviert und uns ein Hostel in der Nähe der Busbahnhofs gesucht. Dann hatten wir Lust auf einen Kaffee und fanden auch direkt ein nettes Café. Der Besitzer sprach sogar ein paar Brocken deutsch und er servierte wirklich sehr leckeren Kaffee wie auch Wein. Aber: wie so manchmal schon passiert, sollte man immer vorher nach dem Preis fragen, damit man dann nicht aus allen Wolken fällt. Aber es sollte nicht unser teuerster Kaffee sein. Am Abend zauberte uns Matthias dann Senfeier. Eine leckere Alternative zum inzwischen immer gleichen georgischen Essen. Aber vorher hab es noch ein “Fleischpastetchen” für den Daniel. Dieses hat ihn den nächsten Tag komplett aus dem Verkehr gezogen. Also lief der nächste Tag auch nochmal ganz entspannt ab, mit Lesen und Recherchieren. Unseren letzten Tag in Tiflis und ganz Georgien haben wir damit verbracht, zu einem Fahrradladen zu fahren um Daniel ein verloren gegangenes Teil wieder zu besorgen. Dafür sind wir in das “Charlottenburg” von Tiflis gefahren und waren im zweiten Laden erfolgreich. Zum Abschluss gab es nochmal richtig leckeren georgischen Wein, außer für den Daniel, der seinen Magen noch etwas schonen wollte.

Am nächsten Morgen brachen wir in Richtung Armenien auf. Wir hatten Plätze in einem Minibus organisiert und das Unternehmen über die Mitnahme unserer Räder im Vorfeld informiert. Alles kein Problem. Naja. Irgendwie hat Personal von Personenbeförderungsunternehmen keine Vorstellung was ein Fahrrad ist. Wenn man dann mit seinem Rad da steht, machen die alle große Augen und fragen ob man das nicht klein zerlegen kann? Ich hab in ganz Georgien kein Klapprad gesehen, also keine Ahnung wie die immer davon ausgehen. Also erstmal Diskussionen ob überhaupt, wie und zu welchem Preis. Erst ein zusätzliches Ticket, dann später zwei. War aber auch fair, weil wir wirklich einiges an Platz eingenommen haben.

Also noch Kekse und Wasser besorgt und ab Richtung Jerewan. Mit uns Vieren fuhr noch ein philippinisches Pärrchen im Bus. Und der Fahrer war ein lustiger Typ. Unterwegs hatte er noch einige Dinge zu erledigen. In Georgien lieferte er hier und da Scheibenwischerflüssigkeit aus, so sah es zumindest aus. An der armenischen Grenze lief alles wie geschmiert. Wir konnten zum Glück alles im Bus lassen, gingen durch den Fußgängerübergang und bekamen unsere Aus- wie Einreisestempel.

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