Tage wie dieser

Nach einer recht kalten Nacht, auf einem Feld sind wir morgens von Kühen geweckt worden. Die Hirten hatten aber mit unserem Nachtlager kein Problem, zumindest hat niemand etwas gesagt. 


Als Tagesziel hatten wir für diesen Tag ein ca 40km entferntes Hotel, welches wir im Internet ausfindig gemacht hatten. Da es mir immer noch nicht so wirklich gut geht, sollte dieses als Etappe reichen. Und so teilten wir uns den Tag in “angenehme” kleine Häppchen, immer wieder unterbrochen von kleineren Pausen. 

Unsere letzte Pause machten wir an einer alten Burgruine und ich war echt froh noch die letzten 10km machen zu müssen, eine warme Dusche zu nehmen und dann eigentlich schlafen zu gehen. Zumal wir an dem Tag auch schon knapp 700 Höhenmeter überwunden hatten. Kurz vor unserem Aufbruch wollte Daniela noch einmal um die Ecke der Ruine schauen, um eventuell nochmal das ein oder andere Foto zu schießen. Hier erblickten wir recht versteckt ein Kloster. Uns kam auch bald eine Nonne entgegen und auf die Frage nach etwas Wasser, zeigte sie uns wo wir etwas bekommen würden. Aber wir sollten uns auf jeden Fall noch den Garten anschauen. 


Hier trafen wir auf eine weitere Nonne die uns freundlich aufforderte ihr zu folgen. Das taten wir auch artig und ahnungslos, und Zack gab es erstmal Essen. Gut dass wir erst vor zwanzig Minuten was gegessen hatten, aber wer weiß wofür das nochmal gut sein sollte. Wir aßen brav unsere Teller auf, tranken noch einen Kaffee und bekamen dann noch eine Führung von der Nonne durch das Kloster. Alles wirklich sehr hübsch und es waren ja auch nur noch ein paar Minuten bis zu unserer Unterkunft. Also kein Problem dass es inzwischen schon 17:00 Uhr war. Jetzt aber wirklich los. Wir verabschiedeten uns freundlich und machten uns auf den “Weg”. Zumindest sagt man dass ja wohl so, aber das was wir fuhren, hatte nichts mit Weg zu tun. Und es ging erstmal weiter bergauf, um anschließend schön bergab zu gehen. Normalerweise ja was schönes, aber nicht auf diesen Wegen. Wir bremsten uns 5km innerhalb einer Stunde im Scheckentempo den Berg herunter und überbremsten dabei unsere 2000km. Yeahaa!! Gleich ne Dusche und ein kaltes Getränk, sind ja nur noch ein paar Kilometer. Dann eine Stimme von hinten. “Ey, Daniel, warte mal, ich glaub ich hab nen Platten.” Also selbstverständlich meine Geschwindigkeit um die noch fehlenden 4 km/h auf 0 verzögert und mir gemeinsam mit Daniela den Schaden angeschaut. Zweifelsohne, da fehlte also Luft. 


Also Pumpe rausgeholt und nachgepumpt, waren ja nur noch 2km. Hielt auch. Also alles bestens, gleich sind wir da. Und dann waren wir auch da, aber sonst war da niemand groß. Um genau zu sein, eigentlich nur ein alter Mann, der auf die Frage “Hotel?”, den Kopf schüttelte und seine Arme zu einem X formierte. 
Neeeeeeeiiiiiiiiiiiiin. (An dieser Stelle, lass ich bewusst ein paar Wörter und Gedanken aus)

Was nun? Er bot uns an, das Zelt vor die Schranke zu stellen. Aber auf keinen Fall hinter die Schranke auf das Gelände. Wir lehnten dankend ab und entschlossen uns für erstmal weiter fahren, mal sehen was noch kommt. Und es ging erstmal wieder bergauf. Uhrzeit war so knapp 19:00 und ab spätestens 21:00 ist es hier komplett dunkel, wir wollten eigentlich vermeiden im dunkeln noch auf diesen “Wegen” unterwegs zu sein. Leider fanden wir die ersten Kilometer nix und so schauten wir nochmal auf die Karte und da tauchte doch wirklich ein Campingplatz-Symbol auf. Verdammt, leider noch mehr als 20km entfernt. Sollen wir es trotzdem probieren? Na komm. Die Straße war auch gerade was besser und so sollten wir die Strecke noch vor Einbruch der Dunkelheit schaffen. Nur leider blieb sie nicht so, warum auch, sondern zeigte uns so mit die schlechteste Beschaffenheit auf der bisherigen Tour. Und dann war da ja noch Danielas Vorderrad, hoffentlich hält es die Luft. Aber nein, tat es nicht und inzwischen war es auch schon komplett finster und wir steckten gerade in the middle of nowhere, irgendwo im Wald. Klasse. Also nochmal nachgepumpt, Daumen gedrückt und weiter. Eine gefühlte Ewigkeit radelten wir durch diese Dunkelheit. Wirklich nix weit und breit. Hoffentlich gibt es diesen Campingplatz wirklich und er hat tatsächlich geöffnet. Irgendwann kamen dann auch die ersten Häuser und wir waren unserem Ziel recht nah. Leider wohnen meistens Menschen in diesen Häusern und lassen eben diese Häuser durch Hunde bewachen. Alles kein Problem, solange die Tore geschlossen sind. Sind sie aber leider nicht alle. Zum Glück haben diese Hunde nur das Grundstück bewacht und uns nicht weiter verfolgt. Trotzdem Kacke, wenn zwei bellende Hunde im halbdunkeln die Auffahrt hinunter laufen auf einen zu rennen. Und dann war da endlich das Schild zum Campingplatz und noch 250m. Geschafft! Es saßen auch noch Leute draußen und dieser hier kam auf uns zu gerannt! 


Verdammt, wir dachten das war es. ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.