Persepolis und Shiraz

Nach dem leckeren Frühstück luden wir unsere Räder auf den Jeep von Jacoob und machten uns auf den Weg nach Shiraz. Mit dabei war noch eine Freundin von ihm. Es sollte eine lustige und sehr interessante Fahrt werden. Die beiden waren sehr offen und erzählten uns viel über ihr Leben im Iran. Er ist geschieden und hat momentan keinen festen Wohnsitz und fährt dort hin, wo er gerade arbeiten kann. Zara begleitete ihn ab und zu und sie erzählte, dass sie viel für ihre Rechte als nichtverheiratete Frau kämpfen muss. Wenn wir mal nicht sprachen, hörten wir Musik und bestaunten die Landschaft. So erreichten wir eine gute Stunde vor Schliesszeit Persepolis. Zara erklärte uns einiges zu dem ein und dem anderen Relief, doch wollte uns der Persepolis-Zauber nicht so richtig packen und wir empfanden es als wenig spektakulär. Vielleicht auch, weil man sich entschieden hat, einige Abschnitte mit einem riesigem Wellblechdach zu schützen. Schade, dass man da keine unauffälligere Möglichkeit gefunden hat. Da wir erst recht spät da waren, konnten wir dann allerdings als krönenden Abschluss einen grandiosen Sonnenuntergang bestaunen. 

Weiter ging es Richtung Shiraz, wo ja schon Tabea und Matthias auf uns warteten. Kurz vorher haben wir noch Zara abgesetzt. Dann ließ Jacoob in einer Werksatt noch schnell seinen kaputten Scheinwerfer reparieren und fast schon angekommen, warteten wir noch auf einen Freund von Jacoob. Er wollte auch noch etwas abholen. Gegen acht Uhr abends sind wir dann endlich am Hotel angekommen. Wir haben unser Zimmer bezogen und noch etwas mit den beiden geplauscht, bevor wir zum Abendessen los sind. Die beiden hatten ein nettes kleines Restaurant ausfindig gemacht und dort ließen wir bei leckerem Essen den Abend ausklingen. 

Buntes Treiben auf den Straßen


Der nächste Tag startete mit der Suche nach Kaffee und Frühstück. Gar nicht so einfach, doch irgendwann wurden wir im untersten Geschoss eines Einkaufszentrums fündig. Satt und zufrieden machten wir uns auf den Weg Richtung Karim Khan Festung. Da in der Nähe gibt es eine Straße, wo es sauer Eingelegtes und Eiscreme zu kaufen gab. Wir wollten unbedingt die Glasnudeleiscreme probieren. Auf dem Weg dahin kamen wir allerdings noch an einem der vielen Süßigkeiten-und Gebäckläden vorbei, diesmal konnten nicht einfach vorbeigehen. Ausgestattet mit Gebäck und Eis, ließen wie uns auf der Wiese vor der Burg nieder und taten es den Iranern gleich. 

Süßkram können die Iraner

Schon alles aufgegessen

 

Den Abend ließen wir dann auf der Dachterasse unseres Hotel ausklingen. Am nächsten Tag wollten Matthias und Tabea weiter nach Yazd und wir hatten etwas Sightseeing und abends ein Treffen mit den zwei Münchnern (welche wir in Yazd kennen gelernt haben) geplant. Nach der Verabschiedung wollten wir den Vormittag nutzen, um uns sie Rosa Moschee (Nasir al-Mulk Mosque) anzuschauen. Dort fällt morgens so das Licht durch die bunten Fenster, dass der Gebetsraum in wunderschönen Farben erscheint. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt. 

Als nächstes stand der zweitgrößte heilige Schrein des Landes (Shah-e-Cheragh Shrine) auf dem Programm. Touristen dürfen zwar auf das schon sehr beeindruckende Gelände, aber nicht in den Schrein selbst. Am Eingangstor wurden wir gebeten zu warten, damit uns jemand abholt und rum führt. In der Zwischenzeit habe ich schon einen Tschador bekommen und wenig später wurden wir hereingeführt. Als erstes gingen wir zum Touristenbüro (ich habe leider die offizielle Bezeichnung vergessen) und es gab ersteinmal Tee und Gebäck während wir schon Informationen über den Schrein bekamen. Nach und nach gesellten sich noch einige andere Touristen dazu. Unter ihnen ein junger Mann aus der Türkei, welcher als Moslem in den Schrein darf. Um es nicht zu kompliziert zu machen, entschied man kurzerhand, dass wir alle da her kamen  und somit durften wir alle zusammen den Schrein ansehen. Männer und Frauen getrennt, versteht sich. Mit Liva aus Litauen und einer Mitarbeiterin vom Touristenbüro betraten wir den Schrein. Es war der absolute Wahnsinn. Wir hatten das Gefühl eine riesige Diskokugel betreten zu haben. Es war ein riesiger Raum ausgekleidet mit Millionen von glitzernden Mosaiksteinen. 



Langsam wurden wir mit dem Menschenstrom durch die Räume geschoben und trafen draußen wieder auf die männlichen Teilnehmer unserer Gruppe. Wir wurden noch etwas herumgeführt, bevor wir uns schließlich wieder auflösten. Da wir uns mit Liva sehr gut verstanden haben, beschlossen wir gemeinsam noch etwas Shiraz zu erkunden. Wir besuchten noch einen kleineren Schrein (Ali Ibn Hamzeh Holy Shrine), welcher für Touristen komplett zugänglich ist und schlenderten dann nochmal zur “Eiscremestrasse”, weil wir noch eine andere Eissorte probieren wollten. Als wir das letzte Mal da waren, hatten wir es bei vielen Iranern schon gesehen und ebenso hatten uns Tabea und Matthias davon erzählt. 

Klebriges Eis

Zum Glück gaben sie uns den Hinweis, dass ein kleiner Becher für zwei reicht. Auch wenn jeder Iraner allein einen riesigen Becher für sich hatte. Und sie behielten recht. Der kleine Becher von diesem lustigem klebrigen Eis reichte tatsächlich für uns beide. Abends haben wir uns dann im Café Ferdowsi mit den zwei Münchnern Gottfried und Stefan getroffen und mal wieder einen Abend gemütlich ausklingen lassen. 

Auch in Shiraz dürfen die Trainingsgeräte nicht fehlen

Am nächsten Tag haben wir uns dann die Bustickets nach Bandar Abbas besorgt. Wie immer , sagten wir gleich dazu, dass wir zwei Fahrräder dabei haben und es wurde auch auf den Tickets vermerkt. Soweit, so gut. Auf dem Rückweg schlenderten wir über den wirklich schönen Vakil Bazaar. Überall leuchtende Farben und die Gerüche von Tüchern, Gewürzen, Früchten und Tee’s. Schöne Stände mit tollem Kunsthandwerk. Irgendwann sind wir in einem Innenhof gelandet und konnten bei einem Kaffee entspannt das bunte Treiben beobachten. Für mich einer der schönsten Basare, die ich bis jetzt gesehen habe. Als wir später auf dem Rückweg zum Hotel waren, trafen wir zufällig auf Jacoob und Zara. Die beiden besuchten gerade einen Freund, welcher einen Antiquitätenladen besaß. Also verbrachten wir mit den Beide. noch etwas Zeit bei Tee und Gesprächen.

Basar


Unseren letzen Tag in Shiraz sind wir noch etwas rumgeschlendert. Der Bus sollte über Nacht gehen. Irgendwann sind wir dann zum Busbahnhof aufgebrochen und waren schon gespannt, ob alles mit den Rädern funktionieren würde. Da wir etwas früher da waren, ernteten wir beim Warten wieder jede Menge neugierige Blicke oder wurden nett gegrüßt. Als Daniel dann mal zur Toilette verschwunden ist, gesellten sich auf einmal eine Gruppe Mädels um mich, da sie aber kein Wort Englisch sprachen und mein Farsi sich fünf Worte beschränkt, “unterhielten” wir es mit Händen und Füßen. Dann mussten sie allerdings wieder los, da ihr Bus fuhr, aber wir gingen natürlich nicht ohne Selfie auseinander.

Am Bus angekommen, kam dann die Überraschung. Der gesamte Laderaum des Busses war schon voller Kisten. Das bedeutete kein Platz für die Räder. Wir konnten also nicht mit. Was nun? Nach gefühlt ewigem chaotischem Hin und Her, in welches unterschiedliche Leute involviert waren, stand dann irgendwie fest, dass wir mit einem anderen Bus, von einer anderen Gesellschaft, eine Stunde später fahren sollten. Zwei Leute aus diesem Bus haben wohl ihre Plätze getauscht. Sie stiegen ein, der Bus fuhr los und wir sind zu einem anderen Abfahrtsterminal geführt worden. Ein Mann hatte unsere Tickets, meinte wir sollen warten und war auf einmal weg. Da standen wir und warteten und wussten irgendwie nicht so richtig was nun passiert. Irgendwann ist Daniel los und suchte den Mann mit unseren Tickets. Irgendwann kam er auch wieder mit jemandem, der sich für uns zuständig fühlte und auch mit dem Mann, der unsere Tickets hatte. Irgendwann kam dann auch der Bus und der Fahrer war der Meinung wir können nur mit, wenn wir nochmal ne ordentliche Summer für die Räder zahlen. Das war ja eigentlich mit dem anderen Bus im Vorfeld schon geklärt. Irgendwann nach wieder einigem Hin und Her einigten wir uns auf die halbe Summe, die Räder und unser Gepäck wurden verladen und wir rollten endlich erschöpft und müde Richtung Bandar Abbas. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.