…..mehr Ukraine

Am nächsten Tag ging es für uns grob weiter in Richtung Ternopil. Als wir an einem kleinen Laden Pause machten um uns mit Wasser und Eis einzudecken, setzte sich erst ein Mann zu uns und dann waren es auf einmal fünf. Wir wurden gebeten doch erstmal ein Schlückchen Vodka mit ihnen zu trinken und wir haben zum ersten Mal unser Bilderwörterbuch im Einsatz gehabt. Dann sagte einer der Männer:” Komm, essen!” Und wir fuhren mit ihm. Bei seinem Haus angekommen, holte er Tisch und Stühle raus und es gab Bortsch, Salo, Gemüse, Tee und zum Glück keinen weiteren Vodka. Irgendwann kamen auch noch Nachbarn und Kinder vorbei und man “sprach” so über dies und das. Ein wirklich schöner Nachmittag mit äußerst freundlichen Menschen. 
Als wir dann los wollten fing die Gastfreundschaft aber nochmal so richtig an. Es wurde kiloweise Gemüse aus dem Garten geholt, Eier, Salo und Konserven mit Gemüse und Marmelade. Kein Spaß, die Sachen passten gerade noch so in unsere Taschen. Für die nächsten Tage hatten wir genug Essen. 

Auf dem Weg nach Ternopil machten wir noch einmal in einem kleinen Dorf halt, was augenscheinlich ein Knotenpunkt für Fernfahrer ist und kamen in einem Hotel unter. Obwohl wir noch genug Essen hatten, gingen wir noch aus um etwas zu essen. Eine sehr gute Entscheidung. Das Essen hier war super und schmeckte offensichtlich nicht nur uns, denn der Laden war gerammelt voll. Die Dame in dem “Kantinen” mäßigen Restaurant hatte an unserer Zusammenstellung irgendwie ihren Spaß, war aber total freundlich und hat der Dame an der Kasse wohl auch erklärt warum unsere Teller so aussehen. Zumindest denken wir das, wir hatten zumindest nicht das Gefühl zuviel bezahlt zu haben. 


Unser nächster Stop ist Ternopil. Hier haben wir uns “etwas außerhalb” ein Hotel gebucht. Offensichtlich in einem der hässlichsten Gebiete dieser Stadt. Auch die Dame an der Rezeption war, sagen wir es einmal so, sehr zurückhaltend mit ihrer Freundlichkeit gewesen. Ich bezahlte einen Betrag der unter dem vorher im Internet ausgewiesenen Preis lag und wir gingen auf unser Zimmer. Im Hinterkopf allerdings, dass da noch was kommen könnte. So war es dann auch am nächsten Morgen. Ich wurde gebeten nochmal einen höheren Betrag zu zahlen, jetzt für die zweite Nacht. Zusammen wäre die Rechnung fast 25% teurer gewesen. Diesmal von einer jungen Frau, die noch weitaus zurückhaltender mit ihrer Freundlichkeit war. Nach ein wenig hin und her “einigten” wir uns darauf, abends nochmal vorbei zu kommen. Auf den Schreck suchten wir uns erstmal ein Café in der Stadt. Und siehe da, in einem wirklich hübschen Teil der Stadt und wieder ein Fest.


In dem Café sprachen uns zwei junge Ukrainer aufgrund unserer Fahrräder an. Sie waren wirklich sehr nett und man tauschte Nummern aus. Sie boten an, wenn wir Hilfe bräuchten, können wir uns einfach melden. Da war ja noch was, wo wir durchaus Hilfe gebrauchen konnten. Ich erzählte ihm davon und er sagte, dass er dort anrufen würde. Und auf einmal ging alles. Zwar war die zurückhaltende Freundlichkeit der Dame an der Rezeption inzwischen in Hass übergegangen, aber es ging. Ich glaube töten wollte sie mich, als ich dann noch nach einer Rechnung gefragt hab. Zeit das Hotel zu verlassen.

Zu allem Ärgernis hat sich der Daniel dann auch noch einen Männerschnupfen eingefangen. Das war es dann, die Reise stand auf Messer’s Schneide. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken, aber an noch eine weitere Nacht in diesem Hotel auch nicht. Also haben wir uns eine Pension in der Nähe gesucht (im Nirgendwo) und sind dorthin gefahren. Zwei Stunden vor Eincheckzeit waren wir schon da und wollten eigentlich nur unsere Sachen abstellen, um noch etwas zu essen zu kaufen. Da kam schon ein Mitarbeiter heraus und bat uns herein. Das Zimmer sei schon fertig und es gab sogar noch ein kleines leckeres Frühstück. 


Nun sind wir seit gestern hier und der Daniel kuriert sich aus, mit Hilfe der Minihausmietz und Hausmitteln der Ukrainer (Vodka mit ordentlich Pfeffer). 


Da wir keine Eile haben und mit einem Männerschnupfen nicht zu spaßen ist, überlegen wir noch eine weitere Nacht zu bleiben. 

3 Gedanken zu “…..mehr Ukraine

  1. Dann gute Besserung für Daniel. Und lieben Dank an Daniela für ihre schönen Reiseberichte. Ich freue mich auf Weitere.
    LG Martina

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