Knapp 4 Wochen Ukraine. Unser Fazit:

Als Gesamturteil müssen wir sagen, dass die Ukraine bei uns positiv in Erinnerung bleibt. Sie ist auf jeden Fall eine Reise wert. Die Menschen sind offen und freundlich, allerdings erst wenn eine gewisse Barriere überwunden ist. Diese Barriere war leider die Sprache. Entweder mussten wir jemanden finden der Englisch oder Deutsch sprach, oder Lust hatte mit uns Activity zu spielen. Eine andere Möglichkeit war noch einfach einen gemeinsamen Nenner zu finden und da haben Zigaretten und Alkohol, in der Ukraine vor allem Schnaps, vortrefflich funktioniert. Diese Kombination hat eigentlich immer zu netten “Gesprächen” geführt. 


Das Essen in der Ukraine war lecker und abwechslungsreich. Es gab vortreffliche Suppen, Fleischgerichte und für Daniela auf jeden Fall Kekse. Diese gab es in jedem noch so kleinen Laden, entweder selbst gebacken oder abgepackt in größeren Kisten, aus denen man sich dann grammweise was nehmen konnte. Ein Tip an dieser Stelle: man sollte Kekse aus noch verschlossenen Kisten nehmen. Natürlich ist noch Salo zu nennen. 

alles aus Salo


Salo ist gepökeltes Schweinefett und jeder hat es zu Hause. Hier und da ist es beim Radeln ein willkommener Snack zu Brot, aber irgendwann hatten wir auch genug. Lecker ist auch das frische Gemüse, welches überall am Straßenrand verkauft wird und einfach lecker ist. 


Auch die Ukraine hat ihre landestypischen Teigteischen, mit Name Wareneki/Pelmini. Häufig mit Fleisch gefüllt, hier und da aber auch mit Kartoffeln. Zu Wareneki/Pelmini und der Suppe Bortsch und eigentlich zu allem passt vortrefflich Smetana. Eine Art Schmand nur etwas flüssiger. 

An nichtalkoholischen Getränken sei für die Ukraine Kwas und Uswar erwähnt. Kwas ist eine Art Malzbier nur nicht so süß und Uswar offensichtlich eine Art kalter Tee aus getrockneten Früchten mit etwas Honig. Schmeckt etwas bitter/herb ist kalt aber wirklich lecker und erfrischend. 

Biertrinken auf ukrainisch mit Trinkhalm


An alkoholischen Getränken natürlich Vodka. Keine Ahnung wieviel wir davon getrunken haben. Aber es gibt soviel qualitative Unterschiede. Von: Alter, der brennt beim Ansetzen des Glases in den Augen und später auch die gesamte Kehle runter bis: Och, der ist aber lecker! Bier ist ok, bis auf eine regionale Brauerei Szene in Lviv. Hier gab es wirklich sehr leckeres Bier. 

Die Unterkünfte waren größtenteils ok bis gut. Unsere Erfahrungen mit der Buchungsplattform booking.com war schlecht. Sie hat eher selten geklappt und hier und da hatten wir auch latent das Gefühl verarscht zu werden. Von doch kein Zimmer, über höhere Preise bei Ankunft bis Absage Seitens des Hotels und trotzdem abbuchen, war eigentlich von allem was dabei. 


Für uns als Radfahrer sind natürlich die Straßen und der Verkehr auch noch wichtig. Abseits der Hauptstraßen größtenteils sehr abenteuerlich. Hier machen wirklich Fatbikes Sinn. Auf den Hauptstraßen ist natürlich mehr Verkehr und vor allem LKW’s. Aber wie schon in Polen und Tschechien sind sie auch hier äußerst rücksichtsvoll gewesen. Es gab keine einzige brenzlige Situation mit einem LKW. 


Das Handynetz ist im Vergleich zu Deutschland um Welten besser und es lohnt sich definitiv der Kauf einer ukrainischen SIM-Karte. Sie hat 80 UAH (2,60€) gekostet und beinhaltete freies telefonieren und simsen in der Ukraine und 2gb Traffic. Mit dem dichten Netz an kostenfreien Hotspots (Cafés, Banken, Tankstellen) sind wir damit locker ausgekommen. 

Was uns verwundert hat, waren die unglaublichen Preisunterschiede von Odessa zum Rest des von uns bereisten Landes. Als Beispiel: Wir haben eigentlich überwiegend um die 20 UAH für ein großes Bier bezahlt. In Odessa waren es dann zwischen 60-80UAH. Artikel aus Westeuropa oder Amerika haben ein Vielfaches von dem gekostet, was man in Deutschland dafür bezahlen würde. Aber es war eigentlich nie notwendig auf diese Produkte zurückgreifen zu müssen. Nur einmal habe ich mir eine Flasche Gerolsteiner gekauft ?


Die Landschaft entlang unserer Route war schön, aber leider wenig abwechslungsreich. 


Auf den Dörfern war zu erkennen, dass es sich bei der Ukraine um ein eher ärmeres Land handelt. Überall liefen Tiere frei herum (Schweine, Kühe, Pferde und Federvieh). Letzteres war zum Teil recht angriffslustig. Pferde oder Kühe wurden oft vor Kutschen gespannt. Die meisten Häuser waren nicht im besten Zustand und auch die Autos hatten ihre besten Jahre bereits überschritten. Wobei sich bei diesen Straßen der Sinn nach einem Neuwagen stellt. Trotzdem hatte sich kein Dorf nehmen lassen lieber eine neue Kirche zu bauen. Dies war zum Teil wirklich schwer zu verstehen. Da ist auf der einen Seite eine recht marode Schule und auf der anderen Seite eine nagelneue Kirche mit goldfarbenen Dach.  

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