Isfahan

Für Isfahan hatten wir zuvor einen WarmShowers Gastgeber kontaktiert, der bereit war uns für ein- zwei Nächte zu beherbergen. Sein Name ist Reza, der noch studiert und gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Majid bei seinen Eltern wohnt. Wir bekamen das Zimmer von Majid und durften uns dort “breit” machen. Es passten gerade so unsere beiden Matten auf den Boden. Um die Tür schließen zu können, mussten wir bereits beide im Zimmer sein. Aber egal, es bleibt total nett, zwei fremden Leuten sein Zimmer zu überlassen. Für den Abend hatte die Mutter uns noch etwas Reis und Salat gemacht, perfekt. Den nächsten Tag musste Reza leider arbeiten, aber dafür hatte sein Bruder Majid Zeit uns die Stadt zu zeigen. Die Stadt ließ sich super per Rad erkunden. Das erste Ziel war der Meidan-e Emam (Platz des Imams).

Ein riesiger Platz mit Basaren und Moscheen. Beeindruckend diese Größe und auch die prachtvollen Moscheen. Wir hatten zwar schon einige gesehen, aber nicht in dieser Größe. Dazu gab es noch Pferdekutschen auf diesem Platz, die regelmäßig an einem vorbei fuhren und dabei die Glöckchen erklingen ließen. Dies hatte vom Klang her etwas von Weihnachten, allerdings bei 30 Grad und Sonnenschein. Wir schauten uns den Basar an und wurden am Ausgang der Moschee gebeten uns den Innenhof anzuschauen.

Basar

Jetzt war es Zeit für eine Erfrischung. Majid fuhr mit uns an einer der Brücken vorbei, die zu diesem Zeitpunkt leider keine Funktion hatten, da der Fluss kein Wasser führte. Die Erfrischung war ein Drink aus gequollenen Chia-Samen mit irgendeinem nicht zu süßen Fruchtsaft. Lecker und lustig zu trinken. Hatte was von Bubble-Tea, nur nicht so süß und bei Weitem nicht so chemisch.

 

Lecker

Am “Fluss”

 

Gegen späten Nachmittag wollte Reza dazu kommen, um mit uns die Einkäufe für das abendliche Essen zu besorgen. Wir hatten angeboten etwas aus der deutschen Küche zu kochen. Außerdem hatten wir ihn noch gefragt, ob er uns bei der Besorgung zweier SIM-Karten helfen könnte. Beides sollte am Nachmittag erledigt werden. Als wir ihn dann trafen, sind wir auch zu einem Handyladen und sollten die SIM-Karten erstehen. Dazu muss man ein mehrseitiges Formular ausfüllen und es ist alles mögliche einzutragen. Name des Vaters, Beruf, Fingerabdruck…. unter anderem auch die Passnummer. Beim Ausfüllen wurde mein Hinweis an Reza und den Herrn vom Handyladen ignoriert, dass das,was sie für meine Passnummer halten, nicht richtig ist. Ich wies sie darauf hin und sagte, dass man doch bitte die Nummer benutzen solle, die der iranische Konsul, der deutsche Staat und ich für richtig halten. Aber nein, das sei nicht die benötigte Nummer. Bitte, wir bzw. ich werde es ja sehen. Naja, jetzt noch der Einkauf. Wir fuhren mit unseren Rädern immer weiter aus der Stadt raus und auch der mehrmalige Hinweis auf den Einkauf wurde zur Kenntnis genommen, trotzdem wurde an der eingeschlagenen Richtung nichts verändert. Am Ende kamen wir an einer Messe an, wo eine Oldtimer-Austellung statt fand. Wäre jetzt nicht meine erste Anlaufstelle in dieser Stadt gewesen, aber irgendwie war es auch witzig. An einem Stand mit alten Mercedes Fahrzeugen sprach mich (Daniel), der Aussteller an, ob ich ihm nicht einen Gefallen tun könnte. Ich sagte ja und er führte mich hinter die Absperrung zu den Fahrzeugen. Er wollte von mir wissen was die Zahlen auf den jeweiligen Typenschildern bedeuteten. Hatte was mit Achslast und so zu tun. Offensichtlich wurden wir von anderen Besuchern für Experten oder so gehalten und es bildete sich eine Ansammlung rund um den Stand. Beim gemeinsamen Foto musste der Eindruck entstanden sein, dass wir wohl richtige Experten sein müssen. An den nächsten Ständen bot man uns auch an hinter die Absperrung treten zu dürfen, aber wir lehnten dankend ab.

Dann bekam Reza einen Anruf. Es waren zwei weitere Radreisende, welche heute noch ankommen sollten und er ihnen aus Versehen eine falsche Adresse geschickt hatte. Also machten wir uns auf den Rückweg, ohne Einkäufe. Zuhause angekommen, waren die Zwei schon in der Küche und haben sich ein Süppchen gekocht. Ihre Namen waren Linh und Peter aus Ungarn. Jetzt wurde uns die Frage gestellt wann wir denn nun endlich kochen würden. Bitte was? Bei allem Respekt, aber wie sollen wir denn ohne Zutaten unser angekündigtes, deutsches Gericht kochen. Es gab dann aus dem, was noch zuhause war einen Kaiserschmarrn. Nicht der beste der jemals gemacht wurde, aber durchaus lecker und ansehnlich. Am Abend unterhielten wir uns noch mit Reza, Majid, Peter und Linh. Dabei erfuhren wir, dass die zwei von Ungarn mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Vietnam sind, Linh’s Heimat.

Für den nächsten Tag war nochmal Sightseeing angesagt. Peter und Linh wollten am Morgen noch ihr Visum verlängern und so trafen wir uns dann später zum Mittagessen in der Stadt. Zum Mittag gab es Kalle Pache. Puuuh. Das ist nämlich gekochter und ausgelöster Schafskopf. Also Zunge, Bäckchen und Gehirn. Zum Glück gab es nur einen kleinen Teller dieser Spezialität. Der Geschmack ist wirklich gut, aber es ist Mega fettig und die Konsistenz ist abgesehen von den Bäckchen nicht unser Ding. Im Anschluss gab es noch ein leckeres Eis, das ging gut.

Da Peter und Linh ihr Visum verlängern konnten, beschlossen wir die nächsten Tage gemeinsam mit dem Rad nach Yazd zu fahren. Am Abend kochten Peter und Linh noch ein ungarisches Gericht. Danach habe ich gebeten, sich doch bitte noch um meine nicht funktionierende SIM-Karte zu kümmern. Nach diversem Warten und Verbunden werden an der Hotline, wurde sie dann endlich irgendwann freigeschaltet. Das Problem war eine falsche Passnummer, na hoppla. Diese Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Hatte sich dort wirklich der Fehlerteufel einschleichen können? Am nächsten Morgen war Aufbruch angesagt und wir rollten gemeinsam aus der Stadt raus.

Frühstück

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