Die Ukraine…..

So nun ist es endlich soweit, wir radeln in ein für uns beide unbekanntes Land. Wir verlassen nun die EU und müssen seit Jahren mal wieder unseren Reisepass zeigen. Im Vorfeld haben wir uns aufgrund verschiedener Reiseberichte schon ein paar Gedanken gemacht, wie lange Wartezeiten, Durchsuchen des Gepäckes, Ausfüllen von Formularen, etc. Empfohlen wird für Radler den Fussgängerübergang zu nutzen, leichter gesagt als getan. Wir sind erstmal daran vorbeigefahren und auf der Autospur gelandet, aber ein aufmerksamer Müllsammler hat uns, so glauben wie bis heute, versucht zu erklären, dass das hier nix wird. Wir also zurück in die Richtung in die er gezeigt hat. Die Ansammlung von Containerbuden, die wir vorher noch ignorierten, sollten unser Weg aus der EU sein. Zuerst vorbei am polnischen Grenzbeamten, dann ein längerer Spaziergang zwischen Grenzzäunen und ab ins ukrainisches “Büdchen” (leider konnten wir hier keine Fotos machen). Jetzt ging es erst richtig los, dachten wir. Aber es wurde auch hier nur in den Pass geguckt, aufs Foto, auf mich, Foto, wieder auf mich und dann gab es den Stempel. Bei Daniel das gleiche. In der Zwischenzeit wurde ich ins Kreuzverhör genommen, Da Ton- und Videomitschnitte nicht erlaubt waren, hier das Kreuzverhör als Gedächtnisprotokoll:
Grenzbeamtin: “Tourist?”

Daniela: nicken

Grenzbeamtin: “Lviv?”

Daniela: “yes, Lviv”

Grenzbeamtin: “1 Day?”

Daniela: “Yes”

Ende 

Daniel wurde dieses Verhör erspart und wir hatten passiert. Noch etwas ungläubig sind wir dann aus dem Container raus und waren in der Ukraine. Mit dem Passieren der Grenze haben wir ein Land mit anderem Alphabet betreten und mussten hoffen, dass die zweisprachige Beschilderung noch ein wenig ins Landesinnere anhielt. Falsch machen konnten wir auf den ersten Kilometern sowieso nichts, es ging immer entlang der Hauptstraße, im Prinzip bis Lviv. 


Unser erstes Quartier sollte knapp 40km hinter der Grenze sein, idyllisch am See gelegen in einer kleinen Hütte, so die Homepage. Bis 4km vor der Adresse war auch alles schön ruhig und die Vorfreude noch baden zu gehen, war bei beiden vorhanden. Nur irgendwie drang ein immer stärker ansteigender Bass erst aus dem nirgendwo, später konnten wir es lokalisieren. Er kam heftig von dem Areal wo die Hütte stehen sollte. Und dann waren da auf einmal hunderte von Autos und tausende von Menschen. Wir fanden uns mitten in und auf dem größten Festival der Ukraine. Tadaaa das ZAXIDFEST


Noch immer etwas “überrascht” und inzwischen hungrig standen wir da ein wenig unbeholfen mit unseren Fahrrädern rum. Und dann nahm der Abend seinen Lauf. Wir wurden von einer Gruppe Ukrainer angesprochen und uns wurde angeboten auf unsere Räder aufzupassen während wir was zu essen und trinken kaufen. Gemacht getan. Und Zack saßen wir da mit nem Bier bei der Gruppe. Man unterhielt sich und meinte wir sollten doch den Abend bleiben man würde sich um alles kümmern. Und fortan war es Artems Mission wirklich alles zu organisieren. Erstmal bräuchten wir Tickets. Die ersten waren zu teuer, so sagte er, wir bekamen dann welche zu umgerechnet 1,50€. Die Wartezeit wurde mit Biertrinken überbrückt. Dann einen sicheren Lagerplatz für unsere Fahrräder finden. Oha. Uns wurde ein Vitali vorgestellt, wir gaben im knapp 15€ und bis auf Schlafsack, Zelt und Portemonnaie, eigentlich alles was wir hatten. Am nächsten Morgen sollten wir bis spätestens 10:00 bei ihm sein, sonst ist er weg. Jetzt noch das Zelt irgendwo aufgebaut dann noch ein-zwei gemeinsame Bier mit Artem und seiner Frau, dann sagte er, dass er jetzt zurück nach Kiew muss, weil er morgen arbeiten muss. Schade irgendwie, wir hätten gerne noch großartige Bands wie Oomph! zusammen mit Ihnen gesehen. Trotzdem nochmal vielen Dank an Artem und seine Frau Anja. So haben wir dann “alleine” mit tausend anderen unter anderem den Hits von Oomph! gelauscht. Ein wirklich toller erster Abend in der Ukraine. 


Der erste Morgen in der Ukraine war allerdings etwas schwerer. Und dann war da ja noch die Sache mit Vitali. Er war nicht da! Doch dann kam jemand auf uns zu und gab uns die Räder samt Packtaschen. Da waren wir erleichtert. 

Nun sollte es weiter nach Lviv gehen. Ohne Kaffee, hungrig und verkatert, erstmal los. Unterwegs ne Kleinigkeit zu Essen gekauft und gestärkt, radelten wir nach Lviv rein. Die Straßen wurden voller, der Verkehr chaotischer und Bordsteinkanten waren teilweise nen halben Meter hoch. Immernoch ein bisschen angeschlagen, haben wir uns für ein Hostel entschieden. Endlich eine Dusche, kurz ausgeruht und dann was zum Abendessen suchen. Und prompt saßen wir im nächsten Brauhaus. 


Endlich konnten wir auch den Charme der Stadt genießen und entschieden uns noch zwei Tage bei einer WarmShowers Gastgeberin zu bleiben. Sie hieß Mariah und zeigte uns die folgende Tage noch weitere schöne Seiten von Lviv. Und dann war da auch schon das nächste Fest. Der Unabhängigkeitstag der Ukraine. Hier haben wir seit längerem mal wieder einen Radreisenden gesichtet und ihn auch gleich mal angesprochen. Er hieß Kristoffer und ist mit seinem Rad auf einer Rundreise von Schweden über das Baltikum, Ukraine und dann über Deutschland zurück nach Schweden. Wir tranken ein paar Kaffees und Biere mit ihm, schauten uns die Stadt an und unterhielten uns über dies und das. Ein wirklich netter Kerl, der aber leider nicht mehr Zeit hatte und Lviv noch diesen Tag verlassen musste.

Ein Gedanke zu “Die Ukraine…..

  1. Hey! Hope you have had a Good time in Ukraine. I still think it was One of the best on this trip. I also went through Bosnia which became a favorite.
    Take Care on the road 🙂

    //Kristoffer from Sweden

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