48h Fähre Ukraine – Georgien

(Titelbild: Joel Carillet)

Am Samstag, dem 10.9. sollten wir um 11:30 Uhr am Büro der Fährgesellschaft sein. Die Abfahrtszeit der Fähre war uns nicht bekannt. Ein einzelnes Gebäude an der Straße im Nirgendwo. Zum Glück war unser Motel nur 5 km entfernt, denn weder die Umgebung noch die Straßen waren schön. Dort angekommen, sahen wir schon drei weitere Reiseräder und es stellte sich heraus, dass die Besitzer auch aus Deutschland kamen.

Dieter, Bruno, Jürgen und der Daniel


 

Im Büro wurden wir aufgefordert noch etwas zu warten und dabei kamen wir mit Ken und Monique aus Frankreich ins Gespräch, ein erfahrenes Reisepärchen, welche aktuell mit einem VW California unterwegs waren. 

Endlich durften wir an der Schalter und wurden registriert. Wieder wurde uns gesagt wir sollen warten. Diesmal auf einen weißen Bus, welcher die Fußgänger zum Fährterminal bringt. Diesem sollen wir dann folgen. Gesagt, getan. Hätte uns Mr. Vladlen nicht schon anhand von Fotos den Weg erklärt, hätte wahrscheinlich niemand vermutet, dass das die “Straße” zur Fähre ist. Es ging durch tiefe Schlaglöcher und über Schienen und vorbei an LKW’s, welche in den engen Kurven so ihre Probleme hatten. 

Nächster Stopp war dann eine Art Baracke und wieder hieß es warten und nicht wissen, was als nächstes passiert. Irgendwann durften die Fußgänger und wir mit dem Rädern rein. Ein kleines Zimmer ohne Fenster wurde unser nächster Aufenthaltsort. Hier kamen wir mit Tabea und Matthias ins Gespräch, zwei Backpacker aus Dresden. Nach ner guten Stunde kam wieder Bewegung in die Gruppe der Wartenden. Ab und zu öffnete sich eine Tür und es verschwanden immer mal ein paar Leute da durch. Nach nochmal ner halben Stunde waren wir endlich an der Reihe, durch die Tür zu treten. Es entpuppte sich als ukrainische Grenz- und Zollstelle. Wir bekamen unseren Ausreisestempel und durften die Barracke wieder verlassen. 

Nach diesmal nur kurzer Wartezeit sollten wir wieder einem weißen Transporter folgen. Dieser führte uns nun vorbei an LKW’s tatsächlich zur Fähre. Zum vierten Mal wurden unsere Pässe angeguckt und dann durften die Rampe hochfahren. Inzwischen waren wir sieben Radfahrer. Offensichtlich kommt es nicht so häufig vor, denn die Einweiser waren erstmal etwas ratlos, wo sie uns denn hinschicken sollen. Doch dann war ein Plätzchen eine Etage höher gefunden. Also Taschen ab und weiter ging es Richtung Rezeption. Aber bis wir da angekommen waren, hieß es wieder warten. Erst bis der Fahrstuhl funktionierte und dann bis so nach und nach alle oben waren. 

 An der Rezeption gab es nun unsere Zimmerschlüssel und wir konnten endlich unsere Sachen abstellen und waren irgendwie angekommen. 

Monique und Ken


Inzwischen war es ca. 14 Uhr und wir trafen Jürgen, Bruno und Dieter, die drei Reiseradler, Ken und Monique sowie Tabea und Matthias auf dem Deck wieder. Ab und zu lief uns Joel, ein reisender Fotograf aus Amerika übern Weg. 

Dieter, Jürgen und Bruno (in Zivil)


Die Abfahrtszeit war übrigens bis dato immer noch nicht bekannt, es wurde aber inzwischen was von 19:30 Uhr gemunkelt. Also weiter warten, aber nun gemütlich an Deck bei feinstem Sonnenschein und netten Gesprächen. 

LkW-Fahrer, Daniela, Tabea und Matthias, Monique und Ken, Daniel (Foto: Joel Carillet)

Die gesamten Passagiere, neben unserem Grüppchen viele LKW-Fahrer und noch ein paar “Einheimische” wurde in zwei Essensschichten eingeteilt. Wir zwei Frühaufsteher? kamen natürlich in die erste Schicht. Das bedeutete 8!!! Uhr Frühstück, 13 Uhr Mittag und 18:30 Uhr Abendessen. So gab es, immer noch im Hafen stehend, pünktlich 18:30 Uhr Abendessen. Das Essen war tatsächlich ganz lecker, allerdings gab es ein Zeitfenster von nur einer halbe Stunde zum Essen. 

Also wieder hoch an Deck und gucken, ob sich was tut. Gegen 20:30 Uhr setzten wir uns tatsächlich in Bewegung. 

immer noch im Hafen

los geht’s

 

Der nächsteTag war geprägt durch Essen, sich vom zeitigen Aufstehen erholen und an Deck rumlungern. Immer wieder kam unser Grüppchen zusammen und es gab nette und lustige Unterhaltungen. Vor allem Ken verstand es ausgezeichnet großartige Anekdoten aus seinem Leben zu erzählen. Monique und er haben schon unzählige Länder bereist und entsprechend viele Geschichten auf Lager.

Frühstück

 

Dank des wunderbar sonnigen Wetters hatten wir am Vormittag freie Sicht auf die Krim. Das nächste Mal Land sollten wir erst den nächsten Tag wieder sehen. Dafür sahen wir hin und wieder Delphine neben dem Schiff auftauchen. Großartig. 

​​

finde den Delphin

 

Auch der nächste Tag begann wieder mit 8 Uhr Frühstück, auf dem Deck rumlungern und auf das Mittagessen warten. Ab Mittag konnte man dann langsam die Umrisse der Berge erahnen. Eine wahnsinns Kulisse.

Irgendwann waren schneebedeckte Bergkuppen zu erkennen. Um so näher wir kamen, um so mehr wird uns dann aber auch bewusst, dass wir da ja mit den Rädern durch müssen. ?. Aber Bedenken erstmal beiseite geschoben und weiter die Aussicht genossen. Auch Batumi zeigt sich von seiner schönsten Seite. 


Tabea und Matthias www.liebenlebenreisen.de

Gegen 14 Uhr Uhr kam die Ansage, dass nun die Zimmer geräumt werden und sich alle an der Rezeption versammeln sollten. Also saßen wir da alle mit unserem Gepäck auf engstem Raum und warteten mal wieder.

drei Damen einer moldavischen Großfamilie

Nach über einer Stunde kamen die georgischen Grenzbeamten an Bord, und das Gedrängel ging los. Irgendwann standen wir endlich vor einem der Beamten und bekamen unseren Einreisestempel und wurden “welcome in Georgia” geheißen. Es verging nochmal ne halbe bis Stunde bis wir endlich mit unserem Gepäck an den Rädern waren, um dann festzustellen, dass erst die untere Ebene entladen werden muss, ehe unsere Ebene dran ist.


Gegen 19:30 Uhr und im Dunkeln schummelten wir uns hinter dem ersten LKW, welcher unsere Ebene verließ nach draußen und standen endlich auf georgischen Boden. 

Gemeinsam mit Jürgen, Bruno und Dieter machten wir uns auf den Weg zu unserem Guesthouse.


Eigentlich wollten wir nur noch mit nem Bier auf unsere Ankunft anstoßen, doch es kam anders. 


Von der Guesthouse-Mama gab es Chacha (georgischer Schnaps aus Trauben), von den drei Radherren ne Flasche Cognac und dann brachte der Guesthouse-Papa noch seinen Hauswein. 



Gut dass wir für den nächsten Morgen 9 Uhr mit Tabea und Matthias verabredet waren, um unser Visum zu beantragen. Aber wir standen pünktlich, wenn auch nem mächtigen Kater vor dem iranischen Konsulat. 

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